Kategorien
Bauphase

PV-Anlage

Als wir 2019 den Hausbauvertrag geschlossen haben, waren die Förderkonditionen noch ganz andere, sodass sich für uns KfW40-Plus nicht rechnete. Das hing maßgeblich damit zusammen, dass wir auch Wohnräume im Keller haben und dieser dann komplett anders gedämmt werden hätte müssen, um alle Anforderungen zu erfüllen. Die Wohnräume im Keller wollten wir wiederum nicht missen, da sie aufgrund der Hanglage absolut vollwertig sind. Die Mehrkosten für die andere Dämmung hatten sich damals nicht wirtschaftlich abbilden lassen. Zwischenzeitlich wäre dies vermutlich wieder anders. Von Anfang an war daher dann die Idee, ggf. mit übrigem Budget der Erd- bzw. Gartenarbeiten später eine PV zu ergänzen.

Und so kommt es nun in der Tat: Die Erdarbeiten sind im Plan und nachdem wir absehen können, wie der Garten aussehen wird, wird manche zuvor im Budget eingeplante L-Stein-Wand zu einer Böschung. Das spart Budget, sodass wir uns die vergangenen Wochen nochmals intensiv mit dem Thema Photovoltaik auseinandergesetzt haben. An das Thema sind wir recht offen herangegangen und wollten uns auch beraten lassen, ob sich ein Batteriespeicher lohnt oder nicht.

Zuerst hatten wir daher entsprechende Angebote bei verschiedenen regionalen Firmen angefragt. Teils auch basierend auf Empfehlungen von Freunden. Und obwohl wir das nun schon öfters erlebt haben (wer uns schon länger folgt, hat es sicher schon bemerkt …), waren wir mal wieder von den Reaktionen überrascht: keine Antwort, Angebote ohne Erklärung, unfreundliche Telefonate, aber auch super Beratungsgespräche – es war mal wieder alles dabei. Ähnlich groß waren dann sowohl die preislichen Differenzen als auch die ausgerechneten Einsparpotentiale der Anbieter. Nicht zuletzt waren natürlich auch aus technischer Perspektive unterschiedliche Produkte angeboten worden.

Letztendlich war der Preisvergleich fast noch das einfachste: wir haben bei den Anbietern der engeren Wahl ein aktualisiertes Angebot mit möglichst identischer Ausprägung angefragt. Da die Angebote dann zwar recht ähnlich ausgeprägt, aber noch immer unterschiedlich aufgeschlüsselt waren, war hier hauptsächlich der Gesamtpreis interessant. Des Weiteren haben wir auch noch den Preis je kWp errechnet, indem wir den Gesamtpreis durch die Gesamt-Leistung der PV-Anlage geteilt haben. So konnten wir beim Preis-Vergleich auch noch die – meist wegen leicht anderer Module – verbleibenden Leistungs-Unterschiede berücksichtigen.

Doch was sind nun die wichtigsten inhaltlichen Dinge, die wir gelernt haben?

  1. Die Leistung einer PV-Anlage wird in kWp angegeben. Dabei handelt es sich um eine theoretische Spitzen-Nennleistung, die unter bestimmten und genormten Testbedingungen erreicht wird.
  2. Die tatsächliche Leistung der errichteten PV-Anlage weicht davon ab und ist unter anderem von Standort, der Dachausrichtung und Dachneigung abhängig. Mit Hilfe des Photovoltaic Geographical Information System (kurz PVGIS) kann die tatsächlich zu erwartende Leistung anhand diverser Parameter ermittelt werden.
  3. Für die Einspeisung von Strom wird ein bestimmter EEG-Vergütungssatz je kWh eingespeister Strom gezahlt. Wie hoch dieser ist, hängt vom Monat der Inbetriebnahme ab, wobei die Vergütung Monat für Monat sinkt. Wie stark hängt vom deutschlandweiten Zubau der letzten Monate ab. Der bei Inbetriebnahme gültige Vergütungssatz gilt dann fest für 20 Jahre.
  4. Während vor etlichen Jahren für eine gute Rentabilität noch die Devise „so viel wie möglich Einspeisen“ galt, sind PV-Anlagen heutzutage vor allem wegen der Ersparnisse durch den Strom-Eigenverbrauch rentabel. Je höher, desto rentabler.
  5. Durch die Nutzung eines Batteriespeichers kann der Autarkiegrad und auch die Eigenverbrauchsquote erhöht werden, sprich die Anlage wird per se erst mal rentabler. Allerdings steigt oft zugleich die Amortisationszeit an, da die Investitionskosten mit Speicher wesentlich höher sind.
  6. Durch Zuschüsse kann die Amortisationszeit wieder wesentlich verkürzt werden. Doch sind hier vor allem die Bedingungen super wichtig zu lesen. So muss bspw. in Baden-Württemberg eine Begrenzung der Leistungsabgabe auf 50% vorgenommen werden, wenn die Förderung in Anspruch genommen wird. Hier muss konkret nachgerechnet werden, was langfristig im konkreten Fall rentabler ist.
  7. Auch wenn die Batteriespeicher stark weiterentwickelt wurden, ist klar, dass der Batteriespeicher vor der PV-Anlage sein Lebensende erreichen wird und eines Tages ersetzt werden muss. Voraussichtlich hält der Preisverfall bis dahin weiter an.
  8. Aus technischer Sicht kann ein Batteriespeicher als AC-System oder DC-System integriert werden. DC-Systeme werden häufig nur bei Neuinstallationen realisiert, da es hierfür spezieller sogenannter Hybrid-Wechselrichter bedarf. Diese sind Batterie- und PV-Wechselrichter zugleich. Dadurch muss der Strom nur einmal umgewandelt werden und die Anlage wird insgesamt (minimal) effizienter. Im Gegensatz dazu sind AC-Systeme auch leicht nachrüstbar, wandeln den Strom aber zweimal um.
  9. Datenblätter sind unser Freund: Hier verstecken sich oft viele Details hinsichtlich genauer Modul- oder Wechselrichter-Leistung, Garantie, o.Ä.

Dies – und vermutlich noch einiges mehr, woran wir uns grad nicht erinnern können – haben wir in einem bzw. mehreren super netten Beratungsgespräch mit Herrn Kull von Solera gelernt. Bereits vor dem ersten Gespräch mit ihm wurde klar, dass die Zeit bei uns dann doch etwas drängt. Denn idealerweise werden die PV-Module noch mit dem Hanse Haus Gerüst montiert, sodass die Kosten für ein weiteres Gerüst gespart werden können. Wenn die PV-Anlage schnell geliefert wird, hat uns der Hanse Haus Bauleiter zugesagt, dass das Gerüst problemfrei genutzt werden darf.

Herr Kull hat uns daher trotz hoher Auslastung dazwischengeschoben und auch noch kurzfristig Termine sehr spät abends ermöglicht, um den beruflichen Terminkollisionen aus dem Weg zu gehen. Nachdem ich beruflich an der Digitalisierung von Prozessen in einem internationalen Konzern arbeite, war ich überrascht und erfreut zugleich, dass der Termin ganz einfach per Microsoft Teams stattgefunden hat. Diesen Moment im Hausbau erleben zu dürfen – da habe ich schon länger drauf gewartet 😉 Danke fürs innovativ sein, liebe Solera! Und Danke Herr Kull, für die super nette und ausführliche Beratung!

Letztendlich haben wir uns am Ende für eine 8,03kWp Anlage entschieden, die das süd-westliche Dach bestmöglich ausnutzt und durch einen 7,6 kWh Batterie-Speicher von RCT (Hersteller vom Bodensee) abgerundet wird. Zur Überwachung und Steuerung erhalten wir außerdem einen Solar-Log. Damit können wir die Produktion, Einspeisung, Batterie-Aufladung bzw. Batterie-Entladung und letztlich natürlich auch den Eigenverbrauch jederzeit überwachen und intelligent steuern. Auch kann später bspw. einfach eine Wallbox ergänzt werden.

Bereits wenige Tage nach Beauftragung rief uns der zuständige Solera Mitarbeiter an und vereinbarte einen Termin zur vor Ort Abstimmung mit uns. Derzeit befinden sich letzte Details in Planung, damit die Anlage voraussichtlich bereits übernächste Woche montiert werden kann.

Es bleibt also spannend – wir halten euch auf dem Laufenden, wie es mit der PV weitergeht! 🙂

3 Antworten auf „PV-Anlage“

Wow ihr seit einfach der Hammer- wir hatten eine PV Anlage schon wegen den hohen Anschaffungskosten in den Wind geschossen, aber dank eurem Tipp mit der Firma Solera beschäftigten wir uns wieder damit
Danke

Hi Svenja, das freut uns zu hören!
Können wir definitiv nur empfehlen 😊
Wenn ihr Fragen habt, meldet euch gerne!
Liebe Grüße,
Florian & Yannic

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.